Wolfram Knauer – "Play yourself, man!"

Wolfram Knauer – "Play yourself, man!"
Freitag | 3. April 2020 | 19:30 Uhr


„Play yourself, man!“
Ein unterhaltsamer Abend über die Geschichte des Jazz in Deutschland

Donnerstag, 3. April 2020, Bunker Ulmenwall, Bielefeld
Einlass ab 19.30
VVK 8,- zzgl. Gebühren // AK 10,- // Erm 8,- // Mitgl 5,- //
Bi- Pass 3,-

Wie wurde der deutsche Jazz, was er ist? Was ist er überhaupt? Und was ist daran eigentlich „deutsch“? Warum war der Jazz hierzulange über Jahrzehnte ein Männersport? Was ist mit Jutta Hipp? Können „deutsche“ Rhythmusgruppen wirklich nicht swingen? Oder wer hat das wann und warum in die Welt gesetzt? Fragen über Fragen. Man mag es glauben oder auch nicht, aber bislang gab es keine umfassende Darstellung der Geschichte des Jazz in Deutschland von den Anfängen bis in die Gegenwart, die über ein einfaches WerWannWas hinausging. Eine Darstellung, die versucht, die improvisierte Musik zu kontextualisieren, sie in die gesellschaftlichen, politischen und ästhetischen Diskurse der Zeit einzupassen und dabei auch noch berücksichtigt, dass das Denken und die Rede über Jazz auch noch ein eigenständiger, sich ständig in Bewegung befindlicher Diskurs ist. Wolfram Knauer, seit der Gründung Direktor des Jazzinstituts Darmstadt, hat sich jetzt nach Veröffentlichungen u.a. zu Louis Armstrong, Charlie Parker und Duke Ellington mit der im Reclam-Verlag erschienen Darstellung „Play yourself, man!“ Die Geschichte des Jazz in Deutschland daran gemacht, diese schmerzhafte Lücke der Gesamtdarstellung zu schließen.

Beim Vortrag wird der Autor einen Einblick in die Fragestellungen geben, die deutsche Jazzgeschichte zwischen Weimarer Republik, Nazi-Diktatur, Wirtschaftswunder, real existierendem DDR-Sozialismus und den Auswirkungen der Wiedervereinigung auf die lebendige Jazzszene hierzulande aufwirft. Er wird kurze Klangbeispiele geben, daneben aber auch über die eigene Hörbefangenheit sprechen, die uns manchmal im Weg steht, wenn wir historische Aufnahmen vorurteilslos beurteilen wollen. Und da sein Buch bis ins Jahr 2019 führt, wird er auch darüber reflektieren, inwieweit das Bewusstsein für eigene musikalische Vergangenheit auch den Jazz der Gegenwart prägt.

Wolfram Knauer leitet seit 1990 das Jazzinstitut Darmstadt. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, zuletzt Monographien über Louis Armstrong (2010), Charlie Parker (2014), Duke Ellington (2017) sowie ‚Play yourself, man!‘ Die Geschichte des Jazz in Deutschland (2019). Im Frühjahr 2008 lehrte er als erster nicht-amerikanischer Louis Armstrong Professor of Jazz Studies an der Columbia University in New York.


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